Hängifeldmannschaft

Am 1. August 1952 entfachten sieben junge Männer zum ersten Mal ein Feuerkreuz am Hängifeld. Dieses befindet sich auf dem Korporationsgebiet von Hergiswil, oberhalb vom Alpgschwänd. Der Zugang zum Gebiet ist nur für erfahrene Berggänger möglich und erfordert absolute Trittsicherheit. Die Idee des Kreuzes gewann grosse Beachtung und Leidenschaft, und so entstand die Hängifeld-Mannschaft, die seit über siebzig Jahren das Kreuz am 1. August zum Leuchten bringt.

Traditionell treffen sich die Hängifelder am Morgen des ersten Augusts im Restaurant Alpgschwänd zum Kaffee. Anschließend geht es gemütlich und trittsicher über das Sulz und die steinigen Platten zum Hängifeld am Pilatus. Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Steinbockhütte wird das Material für das Kreuz vorbereitet: Die Eckpunkte werden freigeräumt, die „Schwirli“ für die Fakelfeuer werden geschlagen, die Seile für die Bachüberquerungen gespannt und Quergänge freigemäht. Um eine bildhafte Symmetrie im felsdurchsetzten Gelände zu erreichen, wird der vertikale Kreuzarm 120 Meter lang, während der horizontale Balken nur 90 Meter lang erstellt wird. Alle Hängifelder tragen „Trigoni-Schuhe“, um stets einen sicheren Tritt zu gewährleisten. Nach getaner Vorarbeit wird die Mannschaft vom internen Küchenchef reichhaltig zum Nachtessen verköstigt. Zum Dessert wird der Jahresrückblick gemacht, und die kommenden Anlässe werden diskutiert.

Punkt 21.30 Uhr werden die Fackeln zum Flammenkreuz entzündet, welches dann ein bis zwei Stunden lang brennt. Die Brenndauer ist immer von der Stärke des Bergwinds abhängig und bis weit in die Umgebung sichtbar. Während das Kreuz leuchtet, begeben sich die Hängifelder auf den nächtlichen Abstieg. Die Lichter beim Abstieg schlängeln sich wie ein Tazzelwurm den Berg hinab. Der verdiente Abschluss wird dann gemeinsam im Restaurant Alpgschwänd oder auf dem Rössliplatz genossen.

Die Hängifelder sind eine „Berglergruppe“, eine eingeschworene Gemeinschaft von rund 25 Personen im Alter von 18 Jahren bis zum Pensionsalter. Sie sind eine Gruppe der Alpenfreunde Pilatus von Hergiswil. Kameradschaft ist ihnen sehr wichtig – weniger die organisatorische Form. Wenn jemand eine Idee hat, wird diese gemeinsam umgesetzt. Neben dem Anbringen des Kreuzes und dem Unterhalt der Steinbockhütte am Hängifeld engagieren sie sich bei gesellschaftlichen Anlässen wie der Fronleichnamsprozession, der Älplerchilbi und dem Dorfadvent.